Der Maler Heinrich Basedow und die Waldkapelle Neuwühren - Fortsetzung

 

 


 

 

Bildnis Pastor Pinn

 

 

 

Bildnis "Pastor Pinn", Tempera-Öl auf Holz, 65 x 50 cm, 1962

 

 

 

 

  

'Mit diesem Portrait gelingt es Basedow, Pinns Ernsthaftigkeit und Energie besonders herauszustreichen' [WERKE, S. 50]

 

 

 

 Glasfenster, Holz- und Schmiedearbeiten

LE, Abb. nach Seite 112 mit der Bildunterschrift: "Die kleine Kapelle in Neuwühren (Die neun farbigen Fenster, der Kron- und die Wandleuchter stammen von mir"  

 

Die Buntglasfenster sind im Altarraum und in den seitlichen Anbauten eingebaut. In der kleinen Sakristei mit der Orgel befindet sich das Dreifaltigkeitsfenster. Das von ihm gestaltete Kruzifix über dem Altar wurde 2003 gestohlen und 2005 durch ein neues, dem Original nachgebildetes Kruzifix ersetzt.

 

 

 

Geschmiedete Arbeiten sind die Lichterkrone, die Wandleuchter im Altarraum und das Vierwindekreuz über dem Eingang der Kapelle.
.

 

 

 

 

 

Das Vierwindekreuz ist ein Missionskreuz, symbolisiert die Waldkapelle als Stätte der Laienpredigt und -mission und wurde in das "Siegel" der Kapelle übernommen

 

 

 

 

Aus seinem Leben - Von Potsdam bis Kiel

 

Sein Vater Heinrich Basedow konnte sich aufgrund eines ererbten Vermögens ganz der Malerei widmen. Sohn Heinrich (* 1.1.1896 in Potsdam), seine drei Brüder und eine Schwester wurden streng erzogen. Starken Einfluss übten die Fischer auf Rügen auf ihn aus, deren einfaches Leben und standhaften Charakter er bewunderte. Er meldete sich als Kriegsfreiwilliger bei der Kaiserlichen Marine, sein Leutnants-Patent unterschrieb der Kaiser persönlich. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er in ein verarmtes Elternhaus zurück. Das Gebot der Sparsamkeit führte ihn dazu, zeitlebens barfuß zu laufen.

In der Ausbildung an der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar begann er, die Maxime seines Handelns zu entwickeln: Fleiß, Selbstdisziplin, Freude am Schaffen und am Schönen.

Das von Gropius gegründete Bauhaus in Weimar, später Dessau, und die Begegnung mit Feininger und anderen wirkten weniger prägend auf ihn als anschließend (1921) eine handwerkliche Ausbildung in der Bildschnitzerei in Potsdam. 1924 studierte er vier Semester Philosophie, Geschichte und Theologie an der Universität Berlin.

1926 nachte er (barfuß) mit seinem Freund Ernst Sander, einem Enkel Theodor Storms, eine dreimonatige Wanderung durch Deutschland von Potsdam bis Köln. Die vielen Begegnungen der beiden beschreibt er in herzerfrischender Weise.

Als freier Künstler in Potsdam folgte er nicht der zeitgenössischen Kunstrichtung, sondern fand für seinen klaren, fast mittelalterlich-strengen Malstil private Liebhaber. Besonders seine Portraits wurden geschätzt, z.B. von Dr. Paul Heiland, Sammler und Antiquitätenhändler, der ihn als Miterben einsetzte; von Dr. Franz Rinsler, Generaldirektor des Allianz-Konzerns in Berlin; von Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht, der ihm nicht sein volles Honorar bezahlte. Ein Portrait Adolf Hitlers in seinem Stil und nicht nach dem Zeitgeschmack war derart realistisch, dass es nicht öffentlich aufgehängt werden durfte.

Bemühungen um eine Dozentur in Hamburg und Mainz scheiterten.

Im Zweiten Weltkrieg war Basedow Abteilungskommandeur in der Marine-Flak-Brigade Kiel. Hier traf er den Maler Willi Langbein aus Kiel-Elmschenhagen-Kroog. Als er am 9. Mai 1945 von den Engländern entlassen wurde, zog er in die Dachkammer bei Willi Langbein ein. Im Juli 1945 wurde er verhaftet und in Neuengamme bei Hamburg zusammen mit 12000 Universitätsprofessoren, Chefärzten, Kaufleuten, Regierungs-, Studienräten 'und allen, die sich "Rat" nannten', stehend und ohne Verpflegung auf eine von Belgiern bewachte Wiese gestellt. Nachts standen die Soldaten in der Ziegelei. Nach einigen der folgenden 18 Monate verbesserte sich die Lage erst, als die Engländer die Bewachung des Lagers übernahmen.

Ende Dezember 1946 kehrte Heinrich Basedow nach Kiel zurück, wurde wie ein Verbrecher behandelt und wegen Zwangsarbeit bei einer Autofirma praktisch mit einem Berufsverbot belegt. > Fortsetzung nächste Seite: Maler Heinrich Basedow 2  

 

 

                                                      

 

 Besucher seit 01. Juli 2011  

         

 

110015